Bitcoin verliert an der Wall Street an Dynamik, aber JPMorgan meint, der Ausverkauf könnte seinen Tiefpunkt erreicht haben.

Bitcoin verliert an der Wall Street an Dynamik, aber JPMorgan meint, der Ausverkauf könnte seinen Tiefpunkt erreicht haben.

Bitcoin-ETFs in den USA verzeichneten diese Woche starke Kapitalabflüsse, doch JPMorgan beobachtet nach der langen Korrekturphase Anzeichen einer Stabilisierung des Marktes.

Bitcoin-Fonds, die an der US-Börse notiert sind, haben die Zuflüsse der ersten Handelssitzungen des Jahres 2026 fast vollständig wieder eingebüßt. Laut Daten der Plattform SoSoValue wurden in nur drei Tagen mehr als 1.120 Milliarden US-Dollar abgezogen, was einen abrupten Umschwung der Anlegerstimmung widerspiegelt. 

Am vergangenen Donnerstag flossen 398,95 Millionen US-Dollar ab, zusätzlich zu den 486 Millionen US-Dollar vom Mittwoch und den 243 Millionen US-Dollar vom Dienstag. Diese Entwicklung steht im deutlichen Gegensatz zur anfänglichen Begeisterung, als Bitcoin-ETFs an ihren ersten beiden Handelstagen des Jahres 2026 Zuflüsse von über einer Milliarde US-Dollar verzeichneten. 

Kapital fließt in Bitcoin-Spot-ETFs.
Quelle: Langweiliger Wert

Dieser Kursrückgang fiel mit dem Rückgang des Bitcoin-Kurses zusammen, der sich nach einem Allzeithoch von 126.000 US-Dollar im Oktober 2025 bei rund 90.000 US-Dollar stabilisiert hat. Die Analysten von JPMorgan gehen jedoch davon aus, dass der Verkaufsdruck nachlässt und sich der Markt einer Stabilisierung nähert.

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Große Fonds passen ihre Positionen als Reaktion auf die Korrektur am Kryptomarkt an.

Daten von SoSoValue zeigen, dass große Bitcoin-Fonds in letzter Zeit besonders stark von Kapitalabflüssen betroffen waren. Der IBIT-Fonds von BlackRock verzeichnete Abflüsse in Höhe von 193,34 Millionen US-Dollar, während der Fonds von Fidelity negative Mittelzuflüsse von 120,5 Millionen US-Dollar meldete. 

Andere börsennotierte Investmentvehikel, wie beispielsweise die von Ark & 21Shares und Grayscale, trugen ebenfalls zu diesem Trend bei, wenn auch in geringerem Umfang. Die Auswirkungen dieser Kapitalabflüsse spiegeln sich jedoch im Bitcoin-Kurs wider, der stark ins Jahr 2026 startete und in der ersten Woche die Marke von 94.000 US-Dollar pro Einheit überschritt. In den letzten Tagen fiel er jedoch auf rund 89.000 US-Dollar zurück und stabilisierte sich laut Daten von CoinGecko zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei etwa 90.900 US-Dollar. 

Der Kursrückgang von Bitcoin um fast 30 % seit seinem Höchststand im Oktober hat bei institutionellen Anlegern Vorsicht ausgelöst. Diese haben sich nach der anfänglichen Rallye dazu entschlossen, ihre Portfolios neu auszurichten und Gewinne mitzunehmen.

Bisheriger Bitcoin-Preis (BTC) im Jahr 2026.
Quelle: CoinGecko

Das aktuelle Anlegerverhalten beschränkt sich nicht auf Bitcoin-basierte Fonds. Tatsächlich verzeichneten Ethereum-Spot-ETFs in der letzten Handelssitzung Abflüsse in Höhe von 159 Millionen US-Dollar, wodurch sich ihre Gesamtverluste innerhalb von zwei Tagen auf 858 Millionen US-Dollar summierten. Auch der Aufwärtstrend von XRP-gebundenen Fonds wurde am Mittwoch durch Abflüsse in Höhe von 40 Millionen US-Dollar gestoppt, obwohl sie anschließend wieder Zuflüsse verzeichnen konnten. 

All diese Bewegungen spiegeln die Volatilität des Kryptomarktes und die Sensibilität der Kapitalströme in regulierten Produkten wie ETFs wider, welche die Preistrends verstärken und die Wahrnehmung der Anleger beeinflussen.

JPMorgan sieht Anzeichen einer Stabilisierung des Kryptomarktes

Trotz des Ausmaßes der Abflüsse bei Spot-ETFs für Kryptowährungen, Analysten von JPMorgan unter der Leitung von Nikolaos Panigirtzoglio Sie glauben, dass der massive Ausverkauf von Krypto-Assets seinen Tiefpunkt erreicht haben könnte. 

Die Bank stellt fest, dass die Daten vom Januar einen nachlassenden Verkaufsdruck zeigen und die Mittelzuflüsse in Bitcoin- und Ethereum-Fonds sich zu stabilisieren beginnen. Darüber hinaus untermauern die Bewegungen bei Perpetual-Futures-Kontrakten und die in CME-Derivaten festgestellten Positionen diese Einschätzung, da sie darauf hindeuten, dass ein Großteil der Anleger, sowohl private als auch institutionelle, die für Ende 2025 geplanten Reduzierungen bereits weitgehend umgesetzt hat.

Ein weiterer Faktor, der zur Beruhigung der aktuellen Lage beiträgt, ist die Entscheidung von MSCI, Bitcoin-Unternehmen und Emittenten von Kryptowährungsanleihen weiterhin in seinen wichtigsten globalen Aktienindizes zu berücksichtigen. Obwohl die Organisation eine eingehendere methodische Überprüfung für die Zukunft angekündigt hat, mindert diese Entscheidung das Risiko von Notverkäufen infolge potenzieller Indexänderungen und bietet institutionellen Anlegern vorübergehende Entlastung in diesem Sektor.

JPMorgan ist seinerseits der Ansicht, dass der jüngste Kursrückgang nicht auf eine verschlechterte Liquidität zurückzuführen ist. Die Marktbreitenindikatoren, die das Verhältnis zwischen den Handelsvolumina von Bitcoin-Futures an der CME und den führenden Bitcoin-ETFs bewerten, deuten nicht auf eine Verschlechterung der Marktbedingungen hin. Aus Sicht der Bank erklärt sich der aktuelle Kursrückgang eher durch einen Risikominderungsprozess, der nach der Ankündigung von MSCI im Oktober bezüglich möglicher Delistings eingeleitet wurde, als durch einen strukturellen Markteinbruch. 

Auf Grundlage der aktuellen Erkenntnisse kommen ihre Analysten zu dem Schluss, dass der größte Teil der Anpassung am Kryptomarkt bereits stattgefunden hat und dass die neuesten Daten eher auf eine Konsolidierungsphase als auf eine neue Verkaufswelle hindeuten.

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