Tether diskutiert die Risiken von MiCA für den Stablecoin-Markt in Europa

Tether diskutiert die Risiken von MiCA für den Stablecoin-Markt in Europa

Der CEO von Tether, Paolo Ardoino, versicherte, dass er mit europäischen Regulierungsbehörden über die Risiken diskutiere, die für Stablecoins durch die neue Gesetzgebung für die Kryptoindustrie, bekannt als MiCA, entstehen, die am 30. Juni dieses Jahres in Kraft tritt.

Über soziale Netzwerke äußerte Ardoino seine Besorgnis über die Anforderungen, die das MiCA-Gesetz (Märkte in Krypto-Assets) für Stablecoin-Emittenten festlegen wird, und brachte zum Ausdruck, dass diese Anforderungen zu streng seien und die Entwicklung und das Wachstum des Marktes in der Region behindern könnten.

MiCA-Anforderungen sind schwer zu erfüllen

In seiner Veröffentlichung verwies Ardoino auf die Komplexität und das Risiko, die mit der Einhaltung der von der neuen Gesetzgebung geforderten Vermerke einherzugehen. Er wies darauf hin, dass die Aufrechterhaltung einer 1:1-Liquiditätsreserve zur jederzeitigen Deckung von Rücknahmen und Ansprüchen von Stablecoin-Inhabern keine gute Idee sei.

Laut Ardoino stellen ungesicherte Bargeldeinlagen bei europäischen Banken ein ernstes Risiko für die Stabilität des Stablecoin-Marktes dar, denn wenn eine Bank scheitert, wie es letztes Jahr im Silicon Valley in den USA passierte, wird auch das ungesicherte Bargeld in die Insolvenz gehen.

Seiner Meinung nach sollten „Stablecoins in der Lage sein, 100 % der Reserven in Staatsanleihen aufrechtzuerhalten, anstatt sich durch die Aufrechterhaltung eines großen Teils der Reserven in unversicherten Bareinlagen dem Risiko von Bankausfällen auszusetzen“, kommentierte er. „Im Falle einer Bankpleite gehen die Wertpapiere an ihren rechtmäßigen Eigentümer zurück.“

Andererseits sprach Ardoino über die aktuelle Beziehung zwischen traditionellen Banken und dem Kryptowährungs-Finanzsystem und wies darauf hin, wie schwierig es für eine europäische Bank sei, ein Geschäft im Zusammenhang mit Kryptoassets zu akzeptieren. Allerdings legt MiCA fest, dass Stablecoin-Bareinlagen bei mindestens sechs Bankinstituten gehalten werden müssen, um Risiken zu minimieren.

Im Dialog mit europäischen Regulierungsbehörden

Ardoino stellte fest, dass all diese Bedenken in Gesprächen mit den Regulierungsbehörden der Europäischen Union angesprochen würden. Es scheint jedoch, dass der von seinem Unternehmen ausgegebene Stablecoin USDT, der größte auf dem Markt, in Europa kurzfristig nicht reguliert wird.

Aufgrund der Regeln, die MiCA für Stablecoins festlegt, haben mehrere Unternehmen, die Plattformen für den Austausch von Kryptowährungen betreiben, Fortschritte gemacht Maßnahmen um Vorschriften einzuhalten, wie zum Beispiel den Ausschluss einiger Stablecoins für Händler im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR).

Die Transformation für den Stablecoin-Markt

MiCA gilt als das weltweit erste Kryptowährungs-Framework. Für viele legt diese Gesetzgebung den Grundstein für die Schaffung eines umfassenden Regulierungsrahmens, um die Stabilität, Entwicklung und Innovation der Kryptowährungsbranche sicherzustellen. Allerdings könnte sich die neue Regelung, wie Ardoino betont, auch negativ auf den Stablecoin-Markt auswirken.

Zusätzlich zu MiCA bereitet das Vereinigte Königreich in der Europäischen Union auch neue Gesetze vor, die den Handel mit Stablecoins sowie das Abstecken von Token und den Handel und die Verwahrung von Kryptowährungen regeln werden. Laut CoinDesk sagte Bim Afolami, der Wirtschaftsminister des Landes, dass die vom Vereinigten Königreich in Vorbereitung befindliche neue Krypto-Verordnung Mitte dieses Jahres verfügbar sein werde und dass sie Teil seines strategischen Plans sei, Krypto-Assets im Vereinigten Königreich gesetzlich anzuerkennen Land. Unterdessen haben die Senatoren Cynthia Lummis und Kirsten Gillibrand in den Vereinigten Staaten einen neuen Gesetzentwurf eingebracht, der darauf abzielt, die Ausgabe algorithmischer Stablecoins zu verbieten und sicherzustellen, dass die Emittenten dieser Währungen ihre Vermögenswerte 1:1 in Bargeld oder einem Währungsäquivalent absichern.

Weiterlesen: Nach seinem Verbot erlebt der Bitcoin-Mining in China eine Renaissance